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Systematischer Missbrauch in israelischen Gefangenenlagern


In einer aufsehenerregenden Recherche deckte CNN mithilfe von Informanten aus der israelischen Armee schwere Misshandlungen in Sde Teiman auf, einem geheimen Gefangenenlager in der israelischen Negev-Wüste. Diese Einrichtung, ursprünglich ein Militärstützpunkt, wurde umfunktioniert, um Palästinenser zu inhaftieren, die während der israelischen Bodenoffensive in Gaza gefangen genommen wurden. Die erschütternden Berichte ehemaliger israelischer Militärangehöriger, die von CNN dokumentiert wurden, offenbaren ein Muster unmenschlicher Behandlung und systematischen Missbrauchs durch das israelische Besatzungsregime.

Die geschilderten Zustände in Sde Teiman sind geradezu drakonisch. Palästinenser werden unter extremen körperlichen Einschränkungen gefangen gehalten. Gefangenen werden permanent die Augen verbunden, sie müssen in Windeln auf papierdünnen Matratzen leben, umgeben von Stacheldraht. Whistleblower, die schwere rechtliche und soziale Konsequenzen riskieren, beschreiben ein Umfeld, in dem die grundlegende Menschenwürde ausgehöhlt wird, da sich die Gefangenen nicht frei bewegen oder gar miteinander kommunizieren dürfen. Die Wärter sind angewiesen, das Schweigen mit aller Härte durchzusetzen, und jede Form der Kommunikation unter den Gefangenen wird mit Strafmaßnahmen geahndet.

Die Einrichtung ist in zwei Hauptbereiche unterteilt: einen Bereich, in dem die Gefangenen unter strengen Auflagen festgehalten werden, und ein Feldlazarett, in dem verwundete Inhaftierte absichtlich nachlässig behandelt werden. Das medizinische Personal, das zum Teil nicht ausreichend qualifiziert ist, wird gezwungen, Eingriffe vorzunehmen, die über seine Fachkenntnisse hinausgehen, oft ohne angemessene Anästhesie, was zu weiteren Komplikationen wie unnötigen Amputationen führt.

Die Operationen in Sde Teiman werden im Rahmen des israelischen Gesetzes über »Unlawful Combatants« durchgeführt, das geändert wurde, um eine längere Inhaftierung von Verdächtigen ohne richterliche Aufsicht zu ermöglichen. Nach diesem Gesetz können Gefangene bis zu 45 Tage ohne Haftbefehl festgehalten werden. Danach müssen sie in den offiziellen Strafvollzug überführt werden. Zeugenaussagen deuten darauf hin, dass diese Zeit von Folter und Misshandlungen geprägt ist, die nicht der Informationsbeschaffung dienen, sondern offenbar eine Form der Kollektivbestrafung darstellen.

Die israelischen Besatzungstruppen (IDF) haben offiziell erklärt, dass sie für ein korrektes Verhalten gegenüber den Gefangenen sorgen und alle Vorwürfe von Fehlverhalten untersucht werden. Die übereinstimmenden Berichte verschiedener Informanten sprechen jedoch gegen die Glaubwürdigkeit dieser Erklärungen.

Die Enthüllungen aus Sde Teiman zeichnen ein düsteres Bild eines Regimes, das scheinbar ungestraft operiert und durch militärische Geheimhaltung vor Rechenschaftspflicht geschützt wird. Diese Berichte stellen das westliche Narrativ der moralischen und humanen Behandlung durch die israelische Besatzungsarmee infrage.