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Schreie ohne Worte: Die Instrumentalisierung sexueller Gewalt durch das israelische Militär


Hinter dem israelischen Angriffskrieg auf Gaza verbergen sich Schichten von Gewalt und Unterdrückung, die weit über das von den westlichen Medien vermittelte Ausmaß hinausgehen. Eine besonders verstörende Facette ist die systematische Anwendung sexueller Gewalt als Kriegsinstrument durch das israelische Militär gegen palästinensische Frauen und Mädchen. Dieser grausame Aspekt der Gewalt wird nicht nur durch offizielle Berichte und Untersuchungen, sondern auch durch Aussagen internationaler Beobachter und sogar hochrangiger US-Beamter sichtbar.

UN-Berichte zeichnen ein düsteres Bild
Ein kürzlich veröffentlichter Bericht von UN-Experten hat in vielen Teilen der Welt für Entsetzen gesorgt. Es liegen Beweise vor, die nahelegen, dass palästinensische Frauen und Mädchen im Gazastreifen und im Westjordanland grausamen Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt sind. Besonders alarmierend sind Berichte über willkürliche Hinrichtungen, bei denen palästinensische Frauen oft zusammen mit Familienmitgliedern exekutiert wurden, mitunter sogar, während sie weiße Tücher als Zeichen der Kapitulation hielten. Ebenso wurden Hunderte von palästinensischen Frauen und Mädchen willkürlich verhaftet und in der Haft unmenschlich und erniedrigend behandelt, was auch sexuelle Übergriffe wie das Entkleiden und Durchsuchen durch männliche israelische Armeeoffiziere einschloss. Einige von ihnen wurden sogar vergewaltigt, andere waren Drohungen von sexueller Gewalt ausgesetzt.

US-Außenministerium: Zwischen Bestätigung und Vertuschung
Ein hochrangiger Beamter des US-Außenministeriums hat laut einem Bericht der »The Jerusalem Post« die Politik des israelischen Regimes und die systematische Anwendung sexueller Gewalt durch das Militär bestätigt, was zu internen und externen Versuchen führte, diese Enthüllungen zu unterdrücken oder zu leugnen. Die Reaktion des israelischen Militärs und seiner Unterstützer, die diese schwerwiegenden Vorwürfe als Propaganda abtun oder sogar das US-Verteidigungsministerium als Institution der Hamas bezeichnen, bestätigt ungewollt das Ausmaß und die Systematik der sexuellen Gewalt gegen Palästinenserinnen.

Schreie ohne Worte: Ein Schattenkrieg gegen die Menschenwürde
Die systematische Anwendung sexueller Gewalt durch das israelische Militär ist nicht nur ein brutaler Angriff auf Körper und Psyche der Betroffenen, sondern ein gezielter Schlag gegen die palästinensische Gesellschaft als Ganzes. Diese Taten sind nicht allein als individuelle Verbrechen zu betrachten, sondern als Teil einer umfassenderen Strategie, die darauf abzielt, die palästinensische Bevölkerung durch Angst, Demütigung und direkte physische Gewalt zu unterwerfen und menschlich zu brechen. Sexuelle Gewalt dient dabei als Waffe zur physischen und psychischen Zermürbung.

Trotz der Schwere und des Ausmaßes der Vorwürfe bleiben Maßnahmen zur Aufarbeitung und Gerechtigkeit für die Opfer bisher weitgehend aus. Die von UN-Experten geforderte »unabhängige, unparteiische, sofortige, gründliche und effektive Untersuchung« der Vorwürfe und die Aufforderung an Israel, bei solchen Untersuchungen zu kooperieren, lässt bislang auf sich warten.

Die Instrumentalisierung sexueller Gewalt, zunächst als Propagandainstrument, durch erfundene Anschuldigungen gegen palästinensische Kämpfer, die bis heute nicht bewiesen werden konnten, hin zum strukturellen Einsatz als Kriegsinstrument durch die israelische Armee selbst, sagt viel über den Charakter des Krieges aus. Sie zeigt zum einen die gezielten Versuche der Entmenschlichung der Palästinenser durch die israelische Seite und zum anderen die demütigenden Versuche, ein kolonisiertes Volk durch physische und psychische Gewalt endgültig zu brechen. Vor den Augen der Weltöffentlichkeit geht der Genozid weiter, die Besatzungsmacht verübt die grausamsten Verbrechen, die sich die Menschheit vorstellen kann, und die westlichen Medien und Politiker leisten dabei Rückendeckung oder sogar Schützenhilfe. Der Krieg gegen Gaza ist der endgültige Offenbarungseid der vermeintlich »zivilisierten Ordnung« des Westens.