Journalismus von unten, für unten. Vollkommen unabhängig von Konzernen und Parteien.

Pogrome im Westjordanland


In den vergangenen Tagen ist es im besetzten Westjordanland erneut zu einer Eskalation gewalttätiger Übergriffe durch israelische Siedler gekommen. Die jüngsten Gewaltakte haben in der palästinensischen Bevölkerung große Angst ausgelöst, mit Folgen, die die gesamte Region weiter destabilisieren könnten.

Radikale zionistische Siedler haben das Verschwinden eines 14-jährigen israelischen Jungen im Westjordanland zum Anlass genommen, ihre gewalttätigen Angriffe auf Palästinenser im Westjordanland zu intensivieren. Am Wochenende wurden mehrere palästinensische Dörfer von bewaffneten Siedlern angegriffen, die unter dem Schutz und teilweise mit aktiver Beteiligung der israelischen Streitkräfte agierten. Augenzeugen berichteten von brutalen Übergriffen, bei denen Häuser und Fahrzeuge in Brand gesetzt und Zivilisten angegriffen wurden. Es gab mehrere Tote und zahlreiche Verletzte.

Das Westjordanland ist seit Langem immer wieder Ziel israelischer Siedler, die dort lebende Palästinenser gewaltsam aus ihren Häusern vertreiben. Seit dem 7. Oktober letzten Jahres hat die Gewalt jedoch eine neue Qualität erreicht, es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht von Übergriffen berichtet wird.

Mehrere Staaten und auch Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch haben die Angriffe scharf kritisiert und darauf hingewiesen, dass die Verantwortlichen für die Gewalt zur Rechenschaft gezogen werden müssen. Die Reaktion der israelischen Behörden bleibt jedoch wie üblich unzureichend oder fehlt gänzlich, was die systematische Unterstützung der Siedlergewalt durch das israelische Regime zeigt.