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Lieber Essen oder doch lieber Wohnen?


Laut einer aktuellen Umfrage im Auftrag des Immobilienunternehmens Redfin hat die Hälfte der US-Bevölkerung Probleme mit den steigenden Wohnkosten. Die finanzielle Belastung ist für einen beträchtlichen Teil der Bevölkerung so groß, dass mehr als jeder Fünfte auf Mahlzeiten verzichten muss, um über die Runden zu kommen.

Die Befragten gaben an, angesichts des wirtschaftlichen Drucks auf verschiedene Dinge verzichten zu müssen. 22% der Befragten gaben an, auf Mahlzeiten zu verzichten, 21% verkauften einen Teil ihres Besitzes und insgesamt 37% arbeiteten Überstunden oder mussten zusätzliche Jobs annehmen.

Fast 35% der Befragten gaben an, dass sie ihre Urlaubsreisen einschränken oder ganz auf sie verzichten, um ihre Wohnkosten zu decken. Rund 18% liehen sich Geld von Freunden und Verwandten oder griffen auf ihre Altersvorsorge zurück. Für 16 Prozent war die finanzielle Belastung so groß, dass sie notwendige medizinische Behandlungen verschieben oder ganz darauf verzichten mussten.

Immobilienpreise und Mieten sind in vielen US-Städten deutlich gestiegen, während die Hypothekenzinsen weiterhin hoch bleiben, nachdem sie im Oktober den höchsten Stand seit 23 Jahren erreicht hatten. Redfin stellte fest, dass das durchschnittliche Haushaltseinkommen in den USA etwa 30.000 Dollar unter dem Niveau liegt, das erforderlich ist, um sich ein Haus zum Medianpreis leisten zu können.
Nicht wenige junge Amerikaner sahen sich gezwungen, ihre Wohnung aufzugeben und wieder bei ihren Eltern einzuziehen. Laut einer Bloomberg-Umfrage vom September letzten Jahres lebten 45 Prozent der 18- bis 29-Jährigen bei ihren Eltern oder anderen Familienmitgliedern, das ist der höchste Stand seit den 1940er Jahren. Die Mehrheit von ihnen ist in den letzten zwei Jahren zu ihren Eltern zurückgezogen.