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Kuba kämpft mit Versorgungsproblemen


Nahrungsmittel und Energie werden knapp auf der sozialistischen Insel, der es infolge der verschärften US-Blockade und der Corona-Pandemie an Devisen fehlt. Vergangenen Samstag berichtete Energieminister Vicente de la O Levy, dass das Defizit an Diesel und Heizöl zu erheblichen Unterbrechungen bei der Stromversorgung geführt hat, was sich negativ auf mehrere Wirtschaftssektoren ausgewirkt hat.
Am Montag wurde dann das Kraftwerk Antonio Guiteras (280 MW Leistung), das Strom aus kubanischem Öl erzeugt, an das nationale Energiesystem angeschlossen.
Der Minister versicherte zusätzlich, dass Kuba trotz der Devisenknappheit weiterhin mit verschiedenen Lieferanten verhandeln wird, um neue Brennstofflieferungen organisieren zu können.

Bereits vor mehreren Wochen hatte Außenminister Rodriguez erklärt, dass die Vereinigten Staaten wieder vermehrt Druck auf Unternehmen ausüben, primär im Bereich des Finanzmarktes, der Handelsschifffahrt und der Energieerzeugung, damit diese keine Dienstleistungen für Kuba erbringen.

Der andauernde Mangel hat am Sonntag zu einer Demonstration in Santiago de Cuba geführt, bei welcher die friedlichen Demonstrierenden vorwiegend auf die schwierige Lage der Stromversorgung und der geringen Verteilung von Milch aufmerksam machten. Hohe Beamtinnen und Beamte wie Beatriz Johnson Urrutia, die erste Sekretärin der Kommunistischen Partei in Santiago de Cuba, waren ebenfalls vor Ort. Sie erklärte den Demonstrierenden, dass die kubanische Regierung derzeit einen Teil der Grundnahrungsmittel zu stark subventionierten Preisen verteilt. Aufgrund des Devisenmangels und anderer Beschränkungen, die sich aus der US-Blockade ergeben, können jedoch viele Lebensmittel der Grundversorgung derzeit nicht produziert werden.

Die Reaktionen der kubanischen Politik machten jedoch deutlich, dass Protest äußern im Land jederzeit möglich ist und man sich Zeit nimmt, auf die Sorgen und Beschwerden der Bevölkerung einzugehen. Präsident Diaz-Canel richtete sich über den Sender Telesur ebenfalls an die Bevölkerung und versprach Verbesserungen.