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Israelischer Mittelfinger in Richtung der Biden-Administration


Die geplante Offensive der israelischen Besatzungsarmee auf Rafah hat international überwiegend für kritische Reaktionen gesorgt. Selbst die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock erklärte, dass ein militärisches Vorgehen im südlichsten Teil des Gazastreifens nicht zu rechtfertigen sei. Und auch die USA, die größten Unterstützer der israelischen Kriegsführung, haben Netanjahu zur Zurückhaltung aufgerufen.

Der israelische Minister für strategische Angelegenheiten, Ron Dermer, hat nun jedoch öffentlich erklärt, dass niemand Israel von der geplanten Offensive abhalten könne. Er kündigte an, dass das israelische Militär letztlich in Rafah einmarschieren und »die Hamas besiegen werde« – ungeachtet des weltweiten Widerstands, selbst seitens der Vereinigten Staaten, was eine sehr klare Botschaft gesendet hat: »Ihr könnt sagen, was ihr wollt, wir werden diesen Vernichtungskrieg durchziehen.«

Netanjahu stimmte zwar dem Vorschlag des US-Präsidenten zu, eine Delegation nach Washington zu entsenden, um alternative Optionen zu suchen, machte aber im gleichen Atemzug deutlich, dass auch er an der geplanten Offensive festhält.

Dass Israel den Krieg nur dank der militärischen Unterstützung der USA überhaupt führen kann, verschweigt die Biden-Administration gerne. Die Unterstützung für Israels Genozid wird nämlich, insbesondere unter den demokratischen Wählern, immer unbeliebter und könnte zu einer echten Gefahr für die Wiederwahl des amtierenden Präsidenten werden. Und das ist letztlich das, was einen US-amerikanischen Politiker am meisten interessiert: Wahlen zu gewinnen.