Journalismus von unten, für unten. Vollkommen unabhängig von Konzernen und Parteien.

Iran verübt Vergeltungsschlag gegen Israel


Die iranischen Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) haben gestern Abend im Rahmen der Operation »Wahres Versprechen« einen Vergeltungsschlag gegen Israel mit Dutzenden von ballistischen Raketen und Marschflugkörpern sowie mehreren hundert Suiziddrohnen durchgeführt.

Mehrere ballistische Raketen schlugen in der israelischen Luftwaffenbasis »Nevatim« ein, wie auf Bildern in den sozialen Medien zu sehen war.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur der Islamischen Republik (IRNA) waren die israelischen Kampfflugzeuge von »Nevatim« aus gestartet, um die Botschaft in Damaskus anzugreifen. Der Luftwaffenstützpunkt beherbergt Israels F-35-Kampfjets, was darauf hindeutet, dass der Angriff den strategischen Standort höchstwahrscheinlich außer Gefecht setzen sollte.

Im Zusammenhang mit der iranischen Operation startete die libanesische Widerstandsgruppe Hezbollah schweren Raketenbeschuss auf die besetzten Golanhöhen. Zudem kam es zu Angriffen palästinensischer Widerstandskämpfer auf militärische Ziele in Gaza und im Westjordanland sowie zu Drohnen- und Raketenangriffen durch Ansar Allah aus dem Jemen.

Deutschland, die USA, Frankreich und andere westliche Staaten verurteilten den Angriff der Islamischen Republik auf Israel. Die venezolanische Regierung hingegen gab eine Erklärung zur Unterstützung Palästinas ab und betonte, dass die instabile Lage im Nahen Osten auf den israelischen Völkermord im Gazastreifen und die »Irrationalität des israelischen Regimes« zurückzuführen sei.

Das Weiße Haus bestätigte, dass Biden nach dem iranischen Vergeltungsschlag mit Netanjahu telefoniert habe. Nach dem Telefonat sagte Biden, die US-Streitkräfte hätten Israel geholfen, »fast alle Drohnen und Raketen abzuschießen«. Ein amerikanischer Regierungsvertreter sagte CNN jedoch, Biden habe Netanjahu mitgeteilt, dass sich die USA nicht an offensiven Operationen gegen den Iran beteiligen würden.

Die Ständige Vertretung Irans bei den Vereinten Nationen gab in der Nacht auf X bekannt, dass die Vergeltungsmaßnahmen für den Bombenanschlag auf das iranische Konsulat in Damaskus damit beendet seien. »Die iranische Militäroperation, die auf der Grundlage von Artikel 51 der UN-Charta über das Recht auf legitime Verteidigung durchgeführt wurde, war eine Reaktion auf die Aggression des zionistischen Regimes gegen unsere diplomatische Einrichtung in Damaskus«, heißt es in dem Tweet. Jeder weitere Fehler Israels werde zu einer härteren Reaktion führen, fügte man hinzu und warnte die USA, sich nicht einzumischen.