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Die Vergessenen – Israels Vernachlässigung der Überlebenden des Holocaust


Während Israel derzeit den Holocaust missbraucht, um seinen vernichtenden Krieg gegen Gaza zu rechtfertigen, schlummert im Land selbst eine erschreckende Realität unter der Oberfläche: Ein Drittel der Holocaust-Überlebenden wird vom Staat im Stich gelassen und ist dazu verdammt, den Rest seines Lebens in Armut zu verbringen. Diese Vernachlässigung steht in krassem Widerspruch zur Darstellung des israelischen Staates – vor allem, wenn man bedenkt, wie viel Geld die Regierung für ihre Kriege zur Verfügung hat, aber anscheinend nicht für diejenigen, die sie so gerne für ihre Propaganda missbraucht.

Etwa ein Drittel der Holocaust-Überlebenden in Israel kämpft darum, über die Runden zu kommen, und sieht sich mit großer Armut, unzureichender medizinischer Versorgung und mangelnder sozialer Unterstützung konfrontiert. Diese Überlebenden, die während des Zweiten Weltkriegs unvorstellbare Grausamkeiten erleiden mussten, sind nun gezwungen, sich mit einer neuen Form des Leidens auseinanderzusetzen – einem Leid, das aus der Vernachlässigung durch den Staat resultiert, der sie eigentlich schützen sollte. Trotz der Versprechen, den Holocaust niemals zu vergessen und den Überlebenden ein Leben in Würde zu ermöglichen, ist die Realität für viele von ihnen von Elend und Verzweiflung geprägt.

In einem Land, das sich mit seiner militärischen Stärke und technologischen Innovation rühmt, ist es unverzeihlich, dass Überlebende des Holocaust in Armut leben müssen. Es sind Menschen, die die dunkelsten Abgründe menschlicher Niedertracht erlebt haben, die ihre Familien, ihre Heimat und ihre Jugend durch die Schrecken des Völkermords verloren haben. Doch in der Stunde der Not werden sie von dem Staat im Stich gelassen, von dem es heißt, er sei da, um sie zu schützen.

Die Gründe für diese Vernachlässigung sind vielfältig: Bürokratie, unzureichende finanzielle Mittel und mangelnder politischer Wille haben dazu beigetragen, die Überlebenden des Holocaust an den Rand der israelischen Gesellschaft zu drängen. Die finanzielle Unterstützung durch den Staat reicht oft nicht aus, um ein menschenwürdiges Leben zu führen, viele sind auf ehrenamtliche Sozialhilfe angewiesen.

Das Schlimmste aber ist, dass diese Vernachlässigung kein neues Phänomen ist. Seit Jahren schlagen Verbände und Aktivisten Alarm wegen der Notlage der Überlebenden und fordern von der Regierung dringende Maßnahmen, um ihren Bedürfnissen gerecht zu werden. Doch allzu oft stießen ihre Forderungen auf taube Ohren und wurden von politischen Grabenkämpfen und Gleichgültigkeit übertönt.

Es ist an der Zeit, dass die israelische Gesellschaft erkennt, dass der wahre Maßstab für die Größe einer Gesellschaft nicht ihre militärische Stärke ist, sondern wie sie ihre schwächsten Mitglieder behandelt. Sie muss erkennen, dass die zionistische Propaganda gegen die Palästinenser nur ein Ablenkungsmanöver ist, um den Traum von einem »Groß-Israel« zu ermöglichen – und das alles im Namen derer, die vom Staat im Stich gelassen werden. Der Feind sind nicht die Palästinenser, deren Land gestohlen wurde und wird, die Vertreibung und Vernichtung ausgesetzt sind und sich dagegen wehren. Der Feind sitzt an der Spitze des israelischen Staates, und auf Grundlage der zionistischen Ideologie, die diese und frühere Regierungen antreibt, wird es niemals Frieden geben.