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Der Krieg geht weiter


Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu hat trotz des Rückzugs der meisten Truppen seine Absicht bekräftigt, eine Bodenoffensive in der südlichen Stadt Rafah im Gazastreifen durchzuführen.

Netanjahu sagte, es gebe ein Datum für den Angriff auf Rafah mit dem Ziel, »Terrorbataillone zu eliminieren« und einen Sieg für Israel zu sichern. Dieser Aussage widersprach jedoch der zuständige Minister und erklärte, es gebe noch keinen konkreten Termin.

Die internationale Gemeinschaft hat wiederholt vor den katastrophalen Folgen einer solchen Offensive gewarnt. Auch die besten Freunde Israels, die USA und Deutschland, warnten vor einem Einmarsch in Rafah. US-Präsident Joe Biden betonte, dass ein Einmarsch ohne vorherige Evakuierung der Zivilbevölkerung eine »rote Linie« darstelle. Auch Organisationen wie Ärzte ohne Grenzen und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnen vor den verheerenden Folgen für die Zivilbevölkerung und das ohnehin überlastete Gesundheitssystem.

Die geplante Offensive auf Rafah würde die ohnehin schwierige humanitäre Situation im Gazastreifen weiter verschärfen. Die Zahl der Toten und Verletzten in Gaza ist enorm: Seit Beginn des Krieges im Oktober wurden mehr als 33.000 Palästinenserinnen und Palästinenser getötet und 75.000 verletzt. Die große Mehrheit der Opfer sind Frauen und Kinder. Die Angriffe führten auch zur größten Massenvertreibung in Palästina seit der Nakba im Jahr 1948. So waren seit Oktober lezten Jahres fast zwei Millionen Menschen dazu gezwungen, ihre Häuser zu verlassen, die meisten von ihnen nach Rafah.

Dem israelischen Minister für Nationale Sicherheit, Itamar Ben-Gvir, ist das egal: Er drohte mit dem Sturz des Premierministers, sollte der Krieg gegen Gaza beendet werden, ohne Rafah anzugreifen.