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10/02/2024

Deutschland beteiligt sich an Militäroperation gegen den Jemen


Als Reaktion auf die Blockade israelischer Handelsschiffe im Roten Meer durch Ansarallah (Huthis) wurde im Dezember von den USA und mehreren NATO-Staaten die »Operation Prosperity Guardian« initiiert.

Die Beteiligung Brüssels an der US-geführten »Operation Prosperity Guardian« war in mehreren EU-Staaten, insbesondere in Spanien, auf heftigen Widerstand gestoßen. Das sozialdemokratisch geführte EU-Land hatte noch im Dezember ein Veto gegen die Beteiligung von EU-Seestreitkräften an der Operation eingelegt.

Mittlerweile gilt es als sicher, dass die EU-Außenminister die Mission mit dem Codenamen »Aspides« Mitte Februar offiziell beschließen werden.

Bereits am Donnerstag dieser Woche lief die deutsche Fregatte Hessen vom Marinestützpunkt Wilhelmshaven in Richtung Rotes Meer aus. An Bord des Kriegsschiffes sind mehr als 200 SoldatInnen, die nun zur Sicherung israelischer Handelsinteressen in den Krieg ziehen werden.

Die »Hessen« ist mit einem Raketenabwehrsystem ausgerüstet, das Ziele in einer Entfernung von bis zu 400 Kilometern erkennen und auf eine Entfernung von mehr als 160 Kilometern mit Raketen bekämpfen kann.

Neben Deutschland haben auch Frankreich, Italien und Griechenland Interesse bekundet, sich der geplanten EU-Mission anzuschließen. Den Plänen Brüssels zufolge soll die Mission zwar Angriffe abwehren, aber angeblich keine Angriffe auf jemenitische Ziele an Land durchführen.

Mit dieser Strategie werde der Westen sein Ziel nicht erreichen, sondern sein Dilemma in der Region noch verschärfen, erklärte Ansarallah-Sprecher Muhammad Abdul Salam.
»Jemens Entscheidung, Gaza zu unterstützen, ist fest und ehrenhaft und wird durch keinen Angriff beeinflusst. (…) Unsere militärischen Kapazitäten sind nicht leicht zu zerstören und wurden in Jahren des harten Krieges wieder aufgebaut und gestärkt“, fügte der Sprecher hinzu.

Kritik kommt auch von westlichen »Experten«: »Bei der Operation Aspides ist die Eskalationsgefahr groß. Es ist eine Illusion, dass die Fregatte der Bundeswehr nicht unter Beschuss geraten wird (…)«, äußerte sich Markus Kaim von der Stiftung Wissenschaft und Politik gegenüber der Springer-Presse besorgt.