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24/03/2024

Anschlags auf die Crocus City Hall in Moskau: Steckt wirklich der Islamische Staat dahinter?


Am späten Freitagabend wurde die Crocus City Hall, ein bekanntes Konzert- und Veranstaltungszentrum am Stadtrand von Moskau, Ziel eines brutalen Anschlags, bei dem nach offiziellen Angaben mindestens 143 Menschen getötet und 140 weitere verletzt wurden. Bewaffnete Männer drangen kurz vor einem geplanten Konzert in die Halle ein, eröffneten das Feuer auf die Besucher und setzten anschließend das Gebäude in Brand. Der Anschlag erschütterte nicht nur Russland, sondern löste weltweit Entsetzen aus.

Kurz nach dem Anschlag bekannte sich der IS-Ableger »Khorasan« zu der Tat, was jedoch bis dato von verschiedenen Seiten angezweifelt wird. Scott Ritter, ein ehemaliger Geheimdienstoffizier der US Marine Corps, äußerte sich gegenüber Sputnik skeptisch über die vorschnelle Zuschreibung der Tat an den IS. Er wies darauf hin, dass das Verhalten der Täter, die versuchten, über die Grenze zu fliehen, nicht dem typischen Vorgehen von IS-Kämpfern entspreche, die gemäß ihrer Ideologie den Märtyrertod anstreben. Ritter spekulierte, dass die eigentlichen Hintermänner des Angriffs im Konflikt mit der Ukraine zu suchen sein könnten.

Für diese Vermutung spricht, dass alle festgenommenen Verdächtigen, einschließlich der vier unmittelbaren Schützen, Staatsbürger Tadschikistans sind und beim Versuch, die Grenze zur Ukraine zu überqueren, festgenommen wurden. Die ukrainische Botschaft in Tadschikistan wirbt bis heute dafür, sich der ukrainischen Armee im Kampf gegen Russland anzuschließen. Der IS hat sich zudem in der Vergangenheit mehrfach zu Anschlägen bekannt, für die er nicht verantwortlich war. Ukrainische Offizielle dementierten jedoch bereits kurz nach der Tat jegliche Verbindung zu den Attentätern.

Die US-Regierung, die im Vorfeld des Anschlags vor möglichen Terrorakten in Russland gewarnt hatte, betonte, dass es nun wichtig sei, voreilige Schlüsse zu vermeiden. Sie bestritt jedoch, genauere Geheimdienstinformationen über den Anschlag gehabt zu haben.